pro B64n

Bundesverkehrswegeplan

B64n mit Umgehungen im höchsten Bedarf

Berlin/Kreis Gütersloh/Kreis Warendorf (the/dpa). Der Bund sieht für den Ausbau mehrerer Bundesstraßen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf einen „vordringlichen Bedarf“. Das geht aus dem Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 hervor, den Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gestern in Berlin vorgestellt hat.

Die Bundesstraße 64n mit den Ortsumgehungen Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz sowie die B 475n mit den Ortsumgehungen Neubeckum und Ennigerloh-Westkirchen gehören damit zu den 1000 Verkehrsprojekten bundesweit, bei denen in absehbarer Zeit eine realistische Chance auf Umsetzung besteht. Gleiches gilt für den vierstreifigen Ausbau der B 61 zwischen Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh und Bielefeld, die Ortsumgehung Harsewinkel (B 513) sowie die Ortsumgehung Ahlen (B 58).

Die Ortsumgehungen Herzebrock-Clarholz und Beelen waren auf Initiative der rot-grünen Landesregierung im derzeit gültigen BVWP von 2003 in den „weiteren Bedarf“ zurückgestuft worden. In der gleichen Kategorie fand sich bisher die Umgehung Harsewinkel.

Insgesamt will der Bund in den kommenden 14 Jahren mehr als 260 Milliarden Euro in Straßen, Schienen und Wasserwege investieren und zielt damit besonders auf stauträchtige Strecken. Den mit 12,95 Milliarden Euro größten Anteil (19,2 Prozent) für den Neu- und Ausbau von Straßen bekommt NRW. Insgesamt sollen in diesem Bereich mehr als 67 Milliarden Euro bereitstehen.

Der BVWP bündelt 1000 Vorhaben im Volumen von 264,5 Milliarden Euro. Rund die Hälfte fließt in Autobahnen und Bundesstraßen, 41 Prozent entfallen auf Bahnstrecken, neun Prozent auf Flüsse und Kanäle. Dabei setzt der Bund laut Dobrindt auf das Prinzip Erhalt vor Neubau.

Kommentar/Zeitgeschehen/Lokales

 

Kommentar: © Die Glocke Rheda-Wiedenbrück | Politik | 17.03.2016 | Seite 2 Kommentare

Richtung stimmt

Zum Bundesverkehrswegeplan

Von unserem Berliner Korrespondenten Rasmus Buchsteiner

Bis 2030 mehr als 260 Milliarden Euro für Deutschlands Autobahnen, Schienenwege und Wasserstraßen – der neue Bundesverkehrswegeplan übertrifft alle seine Vorgänger. Selbstverständlich gibt es jetzt den Aufstand der Unzufriedenen, deren Lieblingsprojekt es doch nicht ganz weit nach oben auf die Liste der Vorhaben mit Top-Priorität geschafft hat. Über die eine oder andere Vorfestlegung zu Einzelvorhaben lässt sich trefflich streiten. Doch die Richtung des neuen Bundesverkehrswegeplans stimmt. Es ist Zeit, die letzten Lücken im deutschen Verkehrsnetz zu schließen, den ländlichen Raum besser anzubinden und vorhandene Stau-Engpässe zu beseitigen. Dass nun 70 Prozent der Mittel, mit denen der Bund den neuen Verkehrswegeplan unterlegen will, für Erhalt und Sanierung ausgegeben werden sollen, ist ein positives Signal. Denn gelingt es nicht innerhalb kurzer Zeit umzusteuern, droht Deutschland insbesondere in den großen Ballungsräumen schon bald der Verkehrsinfarkt. Große Ankündigungen und Versprechen sind schnell gemacht. Es wird jetzt darauf ankommen, dass die Politik die Weichen richtig stellt und die notwendigen Mittel zur Verfügung stellt. Mit dem, was bislang in der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes für die Verkehrsinfrastruktur vorgesehen ist, und den Einnahmen der Lkw-Maut wird jedenfalls nicht zu stemmen sein, was man sich jetzt vorgenommen hat.

Bericht Herzebrock-Clarholz: © Die Glocke Rheda-Wiedenbrück | Herzebrock-Clarholz | 17.03.2016 | Seite 28

Ortsumgehung Vordringlicher Bedarf für B 64 n

Herzebrock-Clarholz (gl). Die Ortsumgehung Herzebrock-Clarholz der Bundesstraße 64 (B 64 n) ist im neuen Bundesverkehrswegeplan in den „vordringlichen Bedarf“ eingestuft worden. Bislang hatte sich die Umgehungsstraße im Bereich Herzebrock-Clarholz ebenso wie in Beelen im „weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ befunden. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte den neuen Bundesverkehrswegeplan am Mittwochnachmittag vorgestellt. Er bildet fortan die Grundlage für den Erhalt und Ausbau des Verkehrsnetzes in Deutschland bis zum Jahr 2030. Von den Kosten-Nutzen-Bewertungen hängt ab, für welche Vorhaben der Bund künftig Geld zur Verfügung stellt.