pro B64n

Unternehmer und Politiker machen Druck für den Ausbau - Region steht hinter der B 64n

Warendorf - Zwölf Ampeln allein auf der B 64 in Warendorf. Kein Wunder, dass junge Unternehmer in der Kreisstadt inzwischen über eine Umsiedlung ihres Betriebs nachdenken – etwa nach Oelde, wo wenigstens ein Autobahnanschluss vorhanden ist. Damit dieses Szenario hoffentlich nur ein Schreckgespenst bleibt, machten sich am Donnerstag Unternehmer, Politiker sowie Vertreter von IHK und Bürgerinitiativen erneut für den Ausbau der B 64 stark.

 

Um Druck zu machen, bleibt nicht viel Zeit. Noch im Herbst will Verkehrsminister Alexander Dobrindt den neuen Bundesverkehrswegeplan vorlegen. „Und da wollen wir rein“, betont Landrat Dr. Olaf Gericke. Und zwar mit einer hochrangigen Einstufung.

Reinhold Sendker, der stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Verkehr ist, ergänzt: „Hoffen wir, dass wir nicht nur für Warendorf, sondern auch für Beelen und Herzebrock in den Vorderen Bedarf aufgenommen werden.“ Denn nur wenn das gesamte Projekt hochgestuft werde, könne es auch zu einer zeitnahen Einleitung des Planfeststellungsverfahrens kommen.

 

„Es wäre fatal, wenn sich größere Unternehmen zurückziehen, weil die Verkehrsanbindung zu schlecht ist“ IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer „Der Ausbau der B 64 ist ein zentrales Projekt für ganz Westfalen“, sagt Benedikt Hüffer, Präsident der Industrie- und Handelskammer Nordwestfalen. „Es wäre fatal, wenn sich größere Unternehmen zurückziehen, weil die Verkehrsanbindung zu schlecht ist.“

Es reiche auch nicht, sich mit den drei Ortsumgehungen Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz zufrieden zu geben, meint IHK-Verkehrsexperte Joachim Brendel. Wichtig sei die große Lösung, die neben den Umfahrungen auch die dreispurige, kreuzungsfreie Verbindung beider Wirtschaftsräume beinhalte. „Wenn man versucht, das Projekt kleiner zu planen, ist es tot – und das ist auch das Todesurteil für die Ortsumgehungen.“

„Die B 64 verbindet zwei Boom-Regionen. Und das Maschinenbauzentrum Europas liegt in der Mitte.“ Reinhold Sendker (MdB) Insgesamt haben sich mehr als ein Dutzend Unternehmer aus dem Münsterland und Ostwestfalen an Dobrindt gewandt, um die B 64n voranzutreiben. Sendker weist darauf hin, dass die Straße zwei Boom-Regionen verbindet. „Und das Maschinenbauzentrum Europas liegt in der Mitte.“ Es gehe aber auch darum, mehr Sicherheit für die Bürger zu schaffen. „Vor allem nimmt der dreispurige Ausbau in der 2+1-Bauweise den Überholdruck raus“, ergänzt Gericke, der davor warnt, Straße und Schiene gegeneinander auszuspielen. „Wir brauchen beides.“

„Wir dürfen nicht Straße und Schiene gegeneinander ausspielen. Wir brauchen beides.“

Landrat Dr. Olaf Gericke

 

Verständnis zeigen die Ausbau-Befürworter für Landwirte, die – auch wegen des starken Flächendrucks – gegen den Ausbau der Straße sind. Carl Pinnekamp (Teutemacher Glas) und Anita Stakenkötter (pro Umgehung) erinnern aber daran, dass ihre Elternhäuser ebenfalls für Straßenbauprojekte geräumt wurden. Man müsse das Gesamtwohl berücksichtigen.

Genau deshalb will Unternehmer Johannes Steinkamp seine 40-Tonner-Sattelzüge nicht länger vor zwölf Ampeln in Warendorf neu anfahren lassen. Nicht nur, weil das Kraftstoff kostet, sondern auch „weil die Belastung mit Lärm und Feinstaub die Menschen zusätzlich trifft“.

Alle hoffen, dass der Stau auf der B 64 in einigen Jahren Geschichte ist. Wenn es gut läuft, könnte 2018 oder 2019 Baubeginn sein.

 

Quelle:

www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/2028259-Unternehmer-und-Politiker-machen-Druck-fuer-den-Ausbau-Region-steht-hinter-der-B-64n