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Ausbau der B64

Groschek will ganz dicke Bretter bohren

Düsseldorf/Münster - Als wäre es zur Illustration inszeniert: Eine defekte Weiche auf der eingleisigen Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen hat am Montag wieder Hunderte Reisende und Pendler zwischen Dortmund und Münster auf eine zeitraubende Umleitung via Hamm geschickt. Der Ausbau des Nadelöhrs war am selben Tag eines der Themen beim Verkehrskongress der Industrie- und Handelskammer in Düsseldorf.

Er hoffe sehr, dass die Strecke in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird, sagte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Eine klare Zusage konnte ihm zwar Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, noch nicht geben, aber andeuten: Er gehe davon aus, dass der Ausbau des Bahn-Nadelöhrs auf der Route Köln-Hamburg aufgenommen wird. Insider wissen: Bis gebaut wird, kann es noch viele Jahre dauern.

Zum Thema Ausbau der B64: Entscheidung fällt Ende des Jahres Auch eine zweite Westfalen-Trasse will Groschek im Bundesverkehrswegeplan verankert wissen: Die B64 zwischen Bielefeld und Münster soll leistungsfähiger werden. Dabei ist dem SPD-Politiker klar, dass dieses Projekt ein dickes Brett wird. Beim nächsten Runden Tisch am 2. Juli will er daran weiterbohren. Viele Landwirte hätten verstärkt aus finanziellen Gründen Bedenken gegen den Ausbau angemeldet, weil der Maisanbau hohe Erträge abwerfe. „Flächen sind also stärker nachgefragt und nicht mehr so einfach für die öffentliche Hand zu bekommen“, meinte Groschek.

„Ich glaube aber, dass wir eine Lösung hinbekommen können, weil wir eine Lösung brauchen.“ Er forderte von Bürgern mehr Akzeptanz für Verkehrsprojekte.

Grundsätzlich stehen die Chancen gut, dass NRW als Transitland bei der Verteilung der Investitionen besonders profitiert, betonte Ferlemann. Es gehe nicht mehr um die Frage, ob genug Geld da ist. Jetzt stehe die konkrete Planung und Umsetzung im Fokus.

Mit Blick auf 290 000 Kilometer Stau im vergangenen Jahr verlangte Ralf Kersting, Präsident der IHK NRW, beherzte Entscheidungen, die das Stauland Nummer eins entlasten. Zugleich mahnte er, die wirtschaftlich wichtigen Regionen in Süd- oder Ostwestfalen dürften nicht abgeschnitten werden.

 

Quelle:

www.wn.de/NRW/Politik/2004588-Ausbau-der-Bahnstrecke-Muenster-Luenen-und-der-B64-Groschek-will-ganz-dicke-Bretter-bohren